Jahresrückblick 2025

Ich blicke auf ein Jahr zurück mit wichtigen Entscheidungen, Eindrücken und Herausforderungen. Aber es ging gut. Gleich zu Beginn des Jahres habe ich einen 1.000 USD dotierten Preis beim Mastery-Program Contest vom Milanart-Institut gewonnen.
Mein Job beim Tourismusverband ist seit März auf zwei volle Arbeitstage geschrumpft, um mich an den anderen fünf Tagen der Woche der Kunst zu widmen. Klingt erst mal nach Spaß und Freizeit, wenn man es allerdings professionell angehen will, setzt man sich zwangsläufig mit vielen neuen Themen auseinander.
Schon eine eigene Internetseite zu bauen, wie diese hier, grenzt an ein Mini-IT-Studium. Dazu kommt Veranstaltungs-Faltblätter nicht nur drucken, sondern auch verteilen, Organisation von Vernissagen, Malen unter freiem Himmel mit Publikum, Ausstellungen auf Kunstmessen und Kunstmärkten.

Da bleibt schon mal das eine oder andere auf der Strecke. Hallo Garten … ich gelobe Besserung. Und dann heißt es immer wieder, das morgendliche Bedürfnis nach Pinsel und Farbe auf die Wartebank zu setzen und um Geduld zu bitten.
Aber immerhin sind dieses Jahr über 80 Werke entstanden. Ich war auf 13 Veranstaltungen bzw. Ausstellungen präsent.

Ein Bild hat dank eines Projektes die Reise nach Athen in ein Museum angetreten. Und tata: Ich durfte sogar zu meiner ersten Solo-Ausstellung einladen.
Eine ganz besondere Freude und ein Motivationsmotor war es, wenn eins meiner Bilder ein neues Zuhause gefunden hat. In jedem Bild steckt nicht nur ein wenig meiner Lebenszeit, sondern auch Freude und eine ganz eigene Welt. Eine Welt, in der ich mich gerne verliere. Gedanken machen ihre Reise. Und das ist für mich als Künstlerin das Spannendste: Ich setze mich mit Themen auseinander, recherchiere dazu, suche Gespräche, lerne neue Menschen und Lebenskonzepte kennen.

Ich bin so wahnsinnig dankbar für die Unterstützung, die ich erleben durfte – sei es durch den Kauf eines Bildes, Hilfe bei meinen Ausstellungen oder einfach nur das Interesse und Weitererzählen über meine Kunst.
Das klingt alles wie ein grandioser Paukenschlag, aber es gab natürlich auch kleinere Flops auf der Leinwand oder bei Veranstaltungen. Und die Freizeit pendelte immer so um die Null. Aber das ist das Los der Selbstständigkeit. Wie man so schön sagt: Man arbeitet selbst und ständig.

Ich habe tatsächlich für das nächste Jahr noch keine Pläne geschmiedet. Die ersten Monate im Jahr möchte ich einfach in meinem Atelier verbringen. Aber nach wie vor freue mich natürlich auf Gelegenheiten, meine Bilder zu zeigen. Wenn Sie also irgendetwas hören oder sehen, wo weiße Wände nach Bildern rufen: Ich bin zur Stelle.

Beim Kunstmarkt in Pirna fragte mich neulich ein Besucher: „Sind Sie frei?“ Ich antwortete ganz verdattert über diese Frage: „Ja, freiberuflich.“ Und merkte schon beim Aussprechen, dass das nicht das war, was er wissen wollte.
Stellvertretend möchte ich Ihnen jetzt eine Antwort darauf geben: Ja. Mich erfüllt eine tiefe Dankbarkeit für die Freiheit, so zu leben, wie ich es gerade tue. Diese Tatsache ist vielen Menschen zu verdanken, die sich für Demokratie und diese Freiheit in unserem Land eingesetzt haben. Wir nehmen es als gegeben hin und sollten es doch als die kostbarste aller Errungenschaften hüten. Menschen in anderen Ländern sehnen sich nach nur einem Bruchteil davon, wie ich auf meinen Reisen erfahren durfte. Also nochmals: Ja, ich bin frei – auch wenn es hier und da gesellschaftlich der einen oder andere Stacheldraht existiert, der durchgeschnitten werden müsste. Und gibt es etwas Besseres als die freie Kunst, um genau dort ganz subtil den Finger in die Wunde zu legen?
In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Jahr 2026.
Herzliche Grüße, Yvonne Brückner